Zahnzusatzversicherung: die Besten im Test und Vergleich

zahnzusatzversicherungtest.net Viele Menschen denken selten an eine Zahnzusatzversicherung, da Zähne im Alltag keine Beschwerden bereiten. Wenn jedoch der Zahnarztbesuch vor der Tür steht, ist eine gute Zusatz-Versicherung wahrlich Gold wert. Die Zahnzusatzversicherung übernimmt je nach Situation und Tarif tausende Euro an Kosten. Unser Vergleichsrechner nimmt sich den verschiedenen Angeboten an und berät dich mit Testberichten und Ratgebern.
Vorteile im Überblick
  • umfassender Schutz für die Zähne
  • finanzielle Engpässe vermeiden
  • Vergleichsrechner zahlreicher Tarife
  • Erstattungen für nahezu jeden Bereich

ZahnzusatzversicherungWir werden alle älter und früher oder später führt uns der Weg zum Zahnarzt. „Neue Zähne“ sind angesagt. Der Weg zum Zahnarzt kann aber auch schon früher notwendig werden. Angenommen, Du wärest vor einem Jahr gestolpert und unglücklich gefallen. Du hast zwar Kopfschmerzen dazu bekommen, es fehlen Dir im Gegenzug aber auch noch drei Zähne. Der Sachverhalt liegt auf der Hand, Du benötigst Zahnersatz. Es muss aber nicht gleich das volle Programm sein, ein Inlay oder eine Brücke durch normalen „Verschleiß“ kann ebenfalls irgendwann auf Dich zukommen. Für die Kostenerstattung gibt es ja Deine Ersatzkasse. Auch wenn Dein Lächeln nach der abgeschlossenen Behandlung wieder strahlt, wird es Dir jedoch erst einmal aus dem Gesicht fallen, wenn Du die Rechnung erhalten und bei Deiner Ersatzkasse eingereicht hat. In kaum einem medizinischen Bereich macht sich der Unterschied zwischen einer gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung so stark bemerkbar wie bei Zahnersatz.

Gleiches gilt übrigens auch für Kieferorthopädie. Wie sich diese Unterschiede bemerkbar machen, welches finanzielle Loch die Zähne in das Portemonnaie eines nur gesetzlich Versicherten reißen kann, und wie wichtig inzwischen eine Zahnzusatzversicherung ist, liest Du hier.

Ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?

Ja. Natürlich ist Deine Frage damit nicht beantwortet. Genau genommen sollte die Frage lauten „warum ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?“.

Die gesetzliche Krankenversicherung leistet nur für das medizinisch Notwendige.

Medizinisch notwendig ist jedoch keine Keramikfüllung oder ein Goldinlay. Medizinisch notwendig ist das nicht mehr ganz so umstrittene, aber immer noch infrage gestellte Amalgam.

Stellen wir einmal die Kosten für ein Implantat und eine vergleichbare Lösung der Ersatzkasse gegenüber:

Die Kosten für ein Implantat schwanken natürlich von Fall zu Fall, 1.600 Euro sind aber durchaus realistisch (Stiftung Warentest, 29.3.2005). Der Zuschuss der Ersatzkasse, ohne eventuelle Boni, beträgt 50 Prozent zur medizinisch notwendigen Lösung. Diese wäre eine Brücke. Die Brücke wiederum wird mit 700 Euro veranschlagt. Der Festzuschuss beläuft sich also in diesem Fall auf 350 Euro – beantwortet dies die Frage, weshalb eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist? Es ist keine Frage der Eitelkeit, ob Du hochwertigen Ersatz wünschst, oder die billigste Lösung. Es sind Deine Zähne!

Was zahlt die Ersatzkasse?

Diese Frage ergibt sich ebenfalls zwangsläufig, wenn Du Dich mit dem Thema Zahnersatz beschäftigst. Der Begriff „Festzuschuss“ ist nicht jedem geläufig, aber Dreh- und Angelpunkt der Kassenleistung. Die Ersatzkassen zahlen nur noch einen festen Betrag, der sich nach dem jeweiligen Befund richtet. Im Grunde werden alle Patienten jetzt über einen Kamm geschoren. Implantate beispielsweise bezahlt die Ersatzkasse gar nicht mehr.

Hier ein Auszug aus der Festzuschussliste der Kassenärztlichen Vereinigung mit Gültigkeit ab dem 1.1.2015:

Festzuschussliste der Kassenärztlichen Vereinigung

Dieser Auszug verdeutlicht, wie gering die Zuschüsse ausfallen. Insgesamt unterscheiden die Ersatzkassen bei den Festzuschüssen zwischen acht Behandlungsstufen.

Das Bonusheft

Das Bonusheft wurde seinerzeit eingeführt, um die Mitglieder der Ersatzkassen zur regelmäßigen Zahnuntersuchung zu motivieren. Grundsätzlich bezahlen die Ersatzkassen 50 Prozent der Kosten für Zahnersatz. Wer anhand des Bonusheftes nachweisen kann, dass er die letzten fünf Jahre vor Eintritt des Leistungsfalles jedes Jahr beim Zahnarzt war, erhält einen Zuschuss von 20 Prozent auf den Festbetrag.

Wer die letzten zehn Jahre einmal im Jahr bei der Zahnvorsorge war, erhält einen um 30 Prozent höheren Zuschuss. Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr setzen die Ersatzkassen eine halbjährliche Untersuchung voraus.

Dokumentiert wird diese Untersuchung im Bonusheft, welches bei einer anstehenden Zahnersatzbehandlung der Kasse vorgelegt werden muss. Aber selbst mit einem lückenlosen Bonusheft bezahlst Du bei einer umfangreichen Zahnersatzbehandlung richtig Geld.

Was bezahlt die private Zahnzusatzversicherung?

Die private Zahnzusatzversicherung bezahlt nicht nur den Zahnersatz. Genaugenommen teilt sich die Zahnzusatzversicherung in folgende Felder auf:

  • Zahnersatz
  • Kieferorthopädie
  • Professionelle Zahnreinigung
  • Zahnbehandlung
LeistungBeschreibung
ZahnersatzSie stellt zweifelsfrei den größten Kostenfaktor dar. In diesem Fall werden zwischen festsitzendem Zahnersatz, Brücken, Kronen und Teilkronen, sowie herausnehmbarem und kombinierbarem Ersatz unterschieden. Gute private Zahnzusatzversicherungen ergänzen diese Position noch um Inlays. Implantate, die einen völlig neuen Zahn nach Entfernung der Wurzel bedingen, sind unter ersatzkassenrechtlicher Betrachtung Zwitter. Die Verankerung im Kiefer, der Zahnwurzelersatz, wird nicht bezahlt, wohl gibt es aber einen Festzuschuss für die Krone oben drauf – absurd, aber wahr. Die Leistungen einer privaten Zahversicherung driftet weit auseinander. Welcher Versicherer was in welcher Höhe bezahlt, kannst Du unserem großen Zahnzusatzversicherungen Test entnehmen. Auffällig ist, dass der Preis durchaus entscheidend ist. Weshalb, zeigen wir auch noch auf.
KieferorthopädieErsatzkassen leisten bei Kieferorthopädie nur bis zum 20. Lebensjahr, und auch nur wenn die Zahnfehlstellung in die Gruppen drei bis fünf der insgesamt fünf Indikationsgruppen fallen. Bei Erwachsenen müssen sehr schwerwiegende Fehlstellungen vorliegen, damit es zu einer Kostenübernahme kommt. Eine private Zahnzusatzversicherung übernimmt je nach Tarif bis zu 80 Prozent der Kosten einer kieferorthopädischen Maßnahme.
Professionelle ZahnreinigungDu kannst Deine Zähne noch so gründlich reinigen, früher oder später wirst auch Du Zahnstein feststellen. Die privaten Krankenversicherer bieten die Kostenübernahme, in der Regel einmal jährlich bis zu 100 Euro für eine professionelle Zahnreinigung, welche das Entstehen von Zahnstein verhindert.
ZahnbehandlungDie Zahnbehandlung generell umfasst auch eine schlichte Plombe. Der Trend geht nach wie vor in Richtung hochwertigen Zahnersatzes, nicht zur Standardlösung, welche von den Ersatzkassen bezahlt wird. Gute Zahnzusatzversicherungen übernehmen nicht nur die Mehrkosten bei einer Brücke, einem Gebiss o.ä, sondern auch bei einfacher Zahnbehandlung.
Inlays, Kronen, Brücken – die UnterschiedeZahnersatz besteht in vielen Ausprägungen. Brücken oder Implantate sind die häufigsten Ausprägungen. Es können aber Kosten für Inlays, Füllungen entstehen, welche die Ersatzkassen generell nicht mehr übernehmen. Hier erhalten die Versicherten nur den Festkostenzuschuss, den eine Amalgamfüllung gekostet hätte. Die Differenz geht zulasten des Patienten. Brücken wiederum sind ein klassischer Ersatz, der Zahnlücken „überbrückt“. Die Höhe des Festzuschusses richtet sich nach der Anzahl der zu ersetzenden Zähne. Dabei gilt allerdings, dass die Ersatzkassen nur Verblendungen, also Kronen und Brücken, im Oberkiefer für die Zähne 1 -5 und im Unterkiefer nur für die Zähne 1 – 4 vornehmen. Weiterführende Verblendungen haben kosmetischen Charakter und sind medizinisch nicht notwendig.

An dieser Stelle wäre die Zwischenfrage interessant, ob sich die Antwort auf die Frage, ob eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist, bestätigt hat. Vermutlich ja.

Was bedeutet die Wartezeit bei der Zahnversicherung?

Wartezeit bei der ZahnversicherungZahnersatz, so viel wissen wir jetzt, ist teuer – richtig teuer. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Anbieter absichern, dass nicht reihenweise Versicherungsnehmer den ersten Monatsbeitrag bezahlen, sich für 15.000 Euro das Gebiss sanieren lassen und nach dem Ende der Mindestvertragsdauer wieder kündigen. Aus diesem Grund bestehen zum einen Wartezeiten, zum anderen sogenannte Zahnstaffeln. Die Wartezeit bis zu einer ersten Leistungsübernahme beträgt in der Regel acht Monate. Ausgeschlossen von Leistungen durch den Versicherer sind allerdings bereits festgestellte Zahnerkrankungen.

Die zweite Wartephase zieht sich über vier Jahre hinweg. In dieser Zeit werden die Leistungen gestaffelt. Einen guten Versicherer erkennst Du daran, dass er nicht nur Kleckerbeträge in dieser Zeit erstattet, sondern durchaus ordentliche Leistungen erbringt. Diese können folgendermaßen aussehen:

  • Im ersten Versicherungsjahr werden bis zu 1.000 Euro erstattet.
  • Für das erste und zweite Versicherungsjahr leistet das Unternehmen in der Summe 2.000 Euro.
  • Für die Jahre eins bis drei in der Summe 3.000 Euro und
  • Für die Jahre eins bis vier insgesamt 4.000 Euro.
Dazu ein Rechenbeispiel: Im ersten Jahr fallen bei Dir Kosten in Höhe von 800 Euro an. Im zweiten Jahr Kosten in Höhe von 500 Euro. Im dritten Jahr kannst Du Dir dann Zahnersatz in Höhe von 1.700 Euro leisten. Nach Ablauf dieser Sperrfrist zahlen die Versicherer im Rahmen der vereinbarten Kostenübernahme in voller Höhe. Es gibt auch Gesellschaften, deren Zahnstaffel für die ersten vier Jahre 300, 600, 1000 und 1.500 Euro betragen, um Zahlen zu nennen. Unser Tipp: Finger weg davon.

Wie viel bezahlt die Zahnzusatzversicherung?

Wie viel bezahlt die ZahnzusatzversicherungDamit sind wir zweifelsfrei bei der Kernfrage angekommen. Der Leistungsvergleich in unseren Zahnzusatzversicherung-Tests zeigt, dass es hier unterschiedliche Ansätze gibt. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Höhe der Erstattung hängt zum einen davon ab, ob es sich um eine kassenärztlich abgerechnete oder um eine privatärztlich erbrachte Leistung handelt. Häufig gibt es bei privatärztlich abgerechneten Leistungen Kürzungen. In der Regel erstatten die privaten Zusatzversicherungen 80 Prozent. Diese 80 Prozent werden aber unterschiedlich definiert.

  • 80 Prozent des verbleibenden Rechnungsbetrages nach Vorleistung der Ersatzkasse
sind etwas anderes als
  • 80 Prozent des Rechnungsbetrages, maximal bis zur Vorleistung durch die Ersatzkasse
Der Passus der Vorleistung durch die Ersatzkasse spielt bei der Erstattung der Kosten eine zentrale Rolle.

Bei der Auswahl Deiner privaten Zahnzusatzversicherung solltest Du auf solche Feinheiten achten. Auch darauf, wie hoch die Erstattung ausfällt, wenn Dir Dein Zahnarzt für bestimmte Leistungen eine private Rechnung schreibt.

Worauf muss man bei der Zusatzversicherung achten?

Worauf muss man bei der Zusatzversicherung achtenWie jeder Versicherungsvertrag stellt auch die Zahnzusatzversicherung eine privatrechtliche Vereinbarung dar, welche mit Bedingungen verbunden ist. Beide, Versicherungsnehmer und Versicherung, haben aus dem Vertrag Rechte und Pflichten. Die Pflicht des Versicherungsunternehmens liegt darin, den vereinbarten Versicherungsschutz zu gewähren. Dafür steht ihr das Recht auf Beiträge zu. Als Versicherungsnehmer hast Du allerdings auch Pflichten, die über die Beitragszahlung hinausgehen. Dazu gehört beispielsweise die vorvertragliche Anzeigepflicht.

Diese besagt, dass Du den Versicherer darüber informieren musst, wenn sich zwischen Antragstellung und Versicherungsbeginn wesentliche Änderungen, hier beispielsweise die Feststellung einer notwendigen Heilbehandlung, ergeben. Verschweigst Du bei Antragstellung wesentliche Dinge, welche die Antragsannahme möglicherweise erschweren könnten, hat dies im Zweifelsfall eine rückwirkende Vertragsauflösung zur Folge. Ersatzkassen dokumentieren alle Arztbesuche und Diagnosen lückenlos. Eine Rückfrage dort durch den privaten Versicherer würde diese Sachverhalte an den Tag bringen.

Antragstellung

Im Grunde erfolgt die Antragstellung sehr einfach. Wichtig ist, dass Du die Fragen bezüglich Deiner Zähne sorgfältig und ehrlich beantwortest. Arztrückfragen würden Ungereimtheiten recht schnell aufdecken. Gleiches gilt für Rückfragen bei der Ersatzkasse.

Ab wann zahlt die Zahnzusatzversicherung?

Auf diesen Punkt sind wir bereits eingegangen, aber da er sehr wichtig ist, hier noch einmal im Überblick:

  • Erstmalig leistet der Versicherer nach Ablauf der Wartezeit. Diese beträgt in der Regel acht Monate.
  • Die Leistungen für Zahnersatz sind in den ersten Jahren gestaffelt und dürfen eine bestimmte Summe nicht übersteigen.
Niedrige Zahnstaffeln in den ersten vier Jahren sparen vielleicht Beitrag, sind aber nachteilig!

Kann ich zwei Versicherungen haben?

Theoretisch ja, es bringt Dir nur nichts. Der Versicherer fragt im Antrag auch, ob ein weiterer Vertrag besteht oder bestand. Der Gesetzgeber sieht vor, dass Du Dich an einer Erkrankung nicht bereichern darfst. Dazu würde auch die doppelte Abrechnung der Arztkosten zählen. Dies wiederum ist nicht möglich, da Du die Belege im Original einreichen musst. Der Gedanke an zwei Zahnzusatzversicherungen ist müßig.

Ab wann kann ich eine Zahnversicherung abschließen?

Theoretisch kann eine Zahnzusatzversicherung mit Geburt abgeschlossen werden. Sinnvoll ist es jedoch zu warten, bis die Kinder die Milchzähne verloren haben. Das Höchsteintrittsalter variiert von Versicherer zu Versicherer. Da das Eintrittsalter bei der Prämie für eine Zahnzusatzversicherung eine entscheidende Rolle spielt, lautet unsere Empfehlung: So früh, wie möglich. Es gilt auch in fortgeschrittenem Alter der Beitrag, der bei Abschluss zugrunde lag.

Kann ich die Zahnzusatzversicherung von der Steuer absetzen?

Die Beiträge für die Zahnzusatzversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Ob sich diese Prämien jedoch auswirken, ist eher zweifelhaft. In der Regel werden die Grenzen für die Vorsorgeaufwendungen bereits durch die Beiträge zur Krankenvollversicherung erreicht.

Wann kann man kündigen?

Du hast bereits eine Zahnzusatzversicherung und hast in unseren Zahnzusatzversicherungen Tests einen besseren Anbieter gefunden? Deinen alten Vertrag kannst Du mit drei Monaten Frist zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Die Mindestvertragsdauer beträgt je nach Versicherer in den meisten Fällen zwei oder drei Jahre.

Welches ist die beste Zahnzusatzversicherung?

beste ZahnzusatzversicherungUm diese Frage zu beantworten, solltest Du unsere Zahnzusatzversicherungen Tests nutzen. Die Antwort darauf kann nicht pauschal gegeben werden, allerdings gibt es einige Kriterien, die bei der Auswahl helfen können:

  • Eine möglichst hohe Zahnstaffel in den ersten vier Jahren
  • Hohe Leistungen auch bei privatärztlicher Abrechnung
  • Möglichst hohe Kostenübernahme (siehe das 80 Prozent Beispiel)
  • Umfangreiche Leistungen auch bei Inlays, Onlays und Brücken
  • Möglichst hohe Erstattung bei professioneller Zahnreinigung
  • Stabile Beitragsentwicklung und hohe Beitragsrückstellungen

Experteninterview

Guten Tag, Herr Rabolt. Schön, Sie wieder zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen, nachdem Sie unsere Leser ja bereits zum Thema Reiserücktrittversicherung wichtige Tipps und Informationen gegeben haben. Heute stehen Zahnzusatzversicherungen bei uns auf der Agenda.

Rabolt: Hallo Herr Röhrbein. Zahnzusatzversicherungen – wussten Sie, dass in einigen Zahnarztpraxen Werbung für Kredite zur Finanzierung des Zahnersatzes ausliegt? Es bedeutet heute eine solche Kostenpyramide, dass viele Patienten ihre Gesundheit nur durch eine Kreditaufnahme sicherstellen können. Und wir reden nicht von hochwertigem Ersatz, sondern von der Basisversorgung. Wer aber glaubt, die Kasse wird es schon richten, der irrt.

Stichwort Festzuschuss – reicht dieser nicht für eine Basisversorgung aus?

Rabolt: Nein, Herr Röhrbein. Der Festzuschuss orientiert sich an der Art der Behandlung respektive Erkrankung und sieht nur eine prozentuale Beteiligung vor. Ausgangslage sind 50 Prozent der Kosten, die jedoch bei ordnungsgemäßer Führung des Bonusheftes noch um 20 oder 30 Prozent erhöht werden. Diese Erhöhung setzt eine lückenlose Zahnvorsorge über fünf beziehungsweise zehn Jahre vor Eintritt des Leistungsfalles vor. Erstattet wird jedoch nur das medizinisch Notwendige. Fällt Ihnen beispielsweise der letzte Backenzahn aus, erhalten Sie für eine Brücke oder Krone keinen Zuschuss, da es sich um eine reine kosmetische Behandlung dreht. Für Implantate zahlt die Kasse nur für die Krone, nicht für die künstliche Wurzel. Ich nehme an, Sie wollten mich fragen, ob eine Zahnversicherung notwendig ist. Bei den massiven Kürzungen der Ersatzkassen komme ich schnell in Rage, Entschuldigung. Ja, eine Zahnversicherung ist absolut sinnvoll. Es geht um unseren Körper, um unser Wohlbefinden. Amalgam als Basisversorgung ist nach wie vor umstritten bei Füllungen. Hätten Sie nicht auch lieber eine saubere Keramik- oder Goldfüllung?

Herr Rabolt, da haben Sie recht – Gold wäre mir auch lieber. Aber zahlt die private Zahnzusatzversicherung denn alles oder bleibt auch hier ein Teil beim Versicherungsnehmer hängen?

Rabolt: Das ist eine Frage der Definition der Leistung. In den meisten Fällen erstatten die Versicherer 80 Prozent. Es bleibt allerdings die Frage 80 Prozent wovon. 80 Prozent der verbliebenen Kosten nach Vorleistung der Ersatzkasse oder 80 Prozent des Rechnungsbetrages, maximal bis zur Vorleistung der Ersatzkasse. Ein kleiner aber feiner Unterschied, auf den Ihre Leser unbedingt achten sollten.

Ab wann leistet denn die private Zahnzusatzversicherung?

Rabolt: Allgemein ist eine Wartezeit von acht Monaten üblich, danach kann das erste Mal eine Leistung in Anspruch genommen werden. Ausgenommen davon sind jedoch bereits festgestellte Erkrankungen. Neben der achtmonatigen Wartezeit kommt noch einmal eine Dauer von üblicherweise vier Jahren dazu, in der nur eingeschränkt Leistungen erbracht werden. Bei der Auswahl des geeigneten Versicherers sollten Ihre Leser unbedingt darauf achten, dass die Zahnstaffel hoch angesetzt ist. Es gibt Anbieter, die in den ersten vier Jahren insgesamt nur 1.500 Euro zahlen, andere dagegen bis zu 4.000 Euro und mehr. Nach Ablauf dieser Frist sollte es keine Maximierung mehr geben.

Wir reden über Zahnersatz. Bietet die Zahnzusatzversicherung noch mehr oder beschränkt sie sich darauf?

Rabolt: Das ist natürlich das herausragende, weil kostenintensivste Thema. Neben Zahnersatz zahlt die private Zusatzversicherung aber auch über die Basisversorgung hinausgehende höherwertige Behandlungen, beispielsweise die erwähnte Goldplombe. Dazu kommen auch die Erstattung für professionelle Zahnreinigung und die Leistung für kieferorthopädische Maßnahmen. Gerade bei Erwachsenen halten sich die Ersatzkassen hier massiv zurück, obwohl bekannt ist, dass Fehlstellungen von Zähnen für permanente Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen verantwortlich sein können.

Eine letzte Frage, Herr Rabolt. Ab wann empfehlen Sie den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung?

Rabolt: Der Ausgangsbeitrag, der für den Rest des Lebens die Bezugsgröße darstellt, richtet sich nach dem Eintrittsalter. Ich persönlich halte es aber für sinnvoll zu warten, bis die Kinder keine Milchzähne mehr haben. Grundsätzlich gilt, je früher die Versicherung abgeschlossen wird, um so früher sind die Wartezeiten vorbei. Es gibt mehr als einen Jugendlichen, der sich beim Sport einen Zahn ausgeschlagen hat. Insofern macht ein frühzeitiger Abschluss durchaus Sinn.

Herr Rabolt – auch heute wieder herzlichen Dank für Ihre Informationen, bis zum nächsten Mal.

Rabolt: Gerne, Herr Röhrbein, wenn ich Ihnen und Ihren Lesern helfen kann.

Fazit

Zahnersatz ist zu einem Luxusgut geworden. Der Festzuschuss durch die Ersatzkassen belastet auch bei der Basisversorgung das Budget der Patienten durch den Eigenanteil. Zahnzusatzversicherungen bieten Dir die Möglichkeit, qualitativ hochwertigen Zahnersatz zu erhalten, ohne dass die Kosten explodieren. Wichtig ist bei der Auswahl des Anbieters, dass die Zahnstaffeln nur für die ersten Jahre gelten und hier großzügig angesetzt sind. Professionelle Zahnreinigung stellt heute einen festen Bestandteil bei den meisten der Zahnzusatzversicherungen dar. Vergleiche vor der Antragstellung aber penibel die Leistungen der einzelnen Anbieter, gerade in Bezug auf die Definition der Leistungsübernahme und hinsichtlich der Abrechnung privatärztlicher Honorare.

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